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Kultur

Frühlingsfest

 

Am ersten Aprilwochenende findet in der Innenstadt ein abwechslungsreiches Programm statt, das jedes Jahr etwas Neues zu bieten hat. Bestand hat in jedem Fall der verkaufsoffene Sonntag des Handels. Bis zum Jahr 2006 fand an diesem Wochenende das Preussenfest statt, das im Jahr 2007 von der Aktion „111 Esel für Wesel“ abgelöst wurde. Im Jahr 2008 veranstaltete Wesel erstmals das Weseler Kunstschaufenster gemeinsam mit der Premiere des Weseler Fahrradtages am Großen Markt.

 


Eselordenverleihung

Eselordenverleihung
Seit 1971 wird in Wesel mit dem Eselorden der „Esel von Wesel“ verliehen. Ausgezeichnet wird am Karnevalssonntag die „humorvollste Tat im humorvollsten Sinne“, d.h. bekannte Persönlichkeiten, die „den Mut zu einer nicht alltäglichen Entscheidung“ hatten und bereit waren, „alle Folgen – also auch den Eselorden der Stadt Wesel – mit Humor zu tragen.“ Die begangene „Eselei“ ist nur ein Kriterium für die Wahl der Würdenträger. Die Ehrung erhalten auch Personen, die den Namen Wesels in die Welt hinaustragen, sei es, dass sie aus Wesel oder vom Niederrhein stammen, publikumswirksam in den Medien die berühmte „Bürgermeisterfrage“ stellen oder den „Esel von Wesel“ rühmen, sei es, dass sie sich auf eine andere Art um Wesel verdient machen oder durch ihren Humor in besonderer Weise auffallen. Im Parkettsaal der Niederrheinhalle zeichnet der nur aus Ratsmitgliedern bestehende Elferrat die jeweiligen Ordensträger aus. Traditionell gilt für diese Veranstaltung das Motto „Ein-Tritt frei“.

 

PPP-Stadtfest in Wesel („Pauken-Plunder-Promenade“)
Nach dem erfolgreichen Start 2009, wird das Große Drachenfeste fortgeführt. Während des PPP-Stadtfestes am ersten Augustwochenende sind auf dem Flugplatz Römerwardt wieder viele Aktionen rund ums Thema Drachen geplant. Zum Auftakt werden am Freitag, das Ballonglühen und der Nachtdrachenflug stattfinden. Zahlreiche bunte Motivdrachen von der Maus bis zu fliegenden Schweinen werden den Himmel am Samstag und Sonntag schmücken. Selbstverständlich ist jeder Drachenpilot herzlich eingeladen. Umrahmt wird das Ganze von einem abwechslungsreichen Musikprogramm.

Das weitere Programm des Stadtfestes ist ebenfalls gespickt mit zahlreichen Aktionen und Attraktionen zum Zuschauen und Mitmachen für die ganze Familie. Am ersten Wochenende im August bietet die Hansestadt Wesel ihren Gästen reichlich Abwechslung. Den Anfang macht der Aqua-Fun-Tag im Weseler RheinBad. Der Wasser-Erlebnis-Tag lockt Kids, Teens und Familien ins erfrischende Nass und bietet ein aktionsreiches Programm im und um das Becken.
 
Weseler Schützenvereine beginnen den Weseler Schützentag freitags mit einem Marsch durch die Innenstadt. Anschließend wird auf dem Großen Markt „königlich“ gefeiert. Der beliebte „Große Zapfenstreich“ ist ein Höhepunkt des Weseler Schützentages.
 
An allen drei Tagen des PPP-Stadtfestes belebt die Kirmes die Rheinpromenade mit aktuellen und rasanten Fahrgeschäften. Die Fußgängerzone wird am Samstag die Besucherinnen und Besucher in die Welt des attraktiven Weseler Vereinslebens entführen. Weit über 50 Vereine präsentieren ihre vielfältigen Aktivitäten und bieten Gaumenfreunden für jedermann an.

Auf den Musikbühnen am Kornmarkt, an der Rheinpromenade, beim Tauchercamp am Auesee, beim Campingtreffen und auf dem Flugplatzgelände wird an diesem Wochenende ein buntes Musikprogramm geboten.
 
Das beliebte Feuerwerk am Rheinufer wird Sie begleiten in die Welt der Pyrotechnik. Das Publikum aus nah und fern kann sich auf ein eindrucksvolles Großfeuerwerk mit musikalischer Untermalung freuen.

Jäger und Sammler aufgepasst! Schnäppchen und Schätze erwarten den Besucher am Sonntag bei einem der größten Trödelmärkte am Niederrhein. Von 11 bis 20 Uhr kann auf der Fischertorstraße an der Rheinpromenade jedermann nach Lust und Laune auf Schatzsuche gehen.
 
Freuen Sie sich auf ein spannendes und erlebnisreiches Wochenende in Wesel.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!! Weitere Attraktionen sind das im Weseler Yachthafen und der große Wasser-Erlebnis-Tag für Kids, Teens und die ganze Familie im RheinBad Wesel.
 

Kulturnacht
An einem Samstag im September präsentiert sich die Vielfalt des kulturellen Angebotes in Wesel an verschiedenen Orten bei der Kulturnacht. Als Veranstaltungsorte stehen dabei das Bühnenhaus, die Galerie im Centrum, die Innenstadtkirchen und das Kulturzentrum Zitadelle im Mittelpunkt.

 

Historisches Hansefest
Das Historische Hansefest am letzten Wochenende im Oktober zieht jährlich zahlreiche Gäste aus Nah und Fern in die Hansestadt Wesel am Rhein. Auf dem Hansemarkt präsentieren sich über 30 internationale und nationale Hansestädte mit ihrem touristischen Angebot und regionalen Spezialitäten. Mittelalterliches Spektakulum und ein großer Handwerkermarkt runden das historische Bild dieses Wochenendes gekonnt ab. Die Weseler Geschäfte laden die Besucher auch am Sonntag zum gemütlichen Bummeln und Einkaufen ein.

 

Quelle:www.weselmarketing.de

Wesel-Monopoly :

Ein Ausblick, der verzaubert

(NRZ, Wesel, 03.08.2010, Susanne Storck)

 

Wesel. Es geht nicht mit rechten Dingen zu in der Rheinallee in Büderich. Steht der Besucher ganz vorne, Ecke Weseler Straße, wo ihm der Lärm der Autos und Lkw noch in den Ohren rauscht, zieht ihn schon im nächsten Moment das Ende der Straße wie ein Magnet an. Dorthin, wo Deich und Himmel dem Asphalt Grenzen setzen. Nach nur 360 Metern, simsalabim, breitet sich der ganze Zauber vor einem aus: Der Blick auf den Rhein, der sich hier bald nach links in eine Kurve legt.

 

Das ist so ein Moment, wo der Alltag zum Sonntag wird, wo nichts zählt - außer Wellen, die ans Ufer klatschen, kreischende Möwen, Sonnenstrahlen, die wie Glitzerfäden übers Wasser tanzen, und das Motor-Grummeln der Lastkähne, die rheinauf und -ab fahren, und das wohl hierher gehört wie das Rauschen auf der A 40.

Hallo! Aufwachen! Ja, da am Ende der Rheinallee kann man schön in Gedanken versinken. Die Uhr scheint hier sowieso langsamer zu ticken als anderswo. Das bewirkt die Tempo-30-Zone in der Allee, wodurch alles ein wenig gemächlicher zugeht. Und so erschließt sich ein kleines Areal mit ein- und zweistöckigen Ein- und Mehrfamilienhäusern. Um die medizinische Versorgung der Bewohner ist es gut bestellt, gleich drei Ärzte, ein Allgemeinmediziner, ein Facharzt für Innere Medizin und ein Zahnarzt, praktizieren hier.

 

Rosen, Hibiskus, Lavendel und mehr

In den Vorgärten blühen Rosen, weißer und violettfarbener Hibiskus, Lavendel und büschelweise Glück in Form von vierblättrigem Klee. Aber warum nur heißt die Straße Allee? Die Zahl der Bäume, die hier wachsen, ist wirklich überschaubar. Und wie von Heinz-Georg Oberender von der Grünflächenunterhaltung des städtischen Betriebs ASG zu erfahren ist, haben Berg-Ahorn, Amberbaum und Blutpflaume (die aussieht wie eine in die Höhe geschossene Rotbuche mit kleiner Puschelkrone) ihre Wurzeln geschlagen. Die Antwort weiß Wido Straet­mans, Vorsitzender des Heimatvereins Büderich: „Im Zuge der kommunalen Neuordnung 1975 wurde aus der Rheinstraße in Büderich die Rheinallee.“ Straßennamen, die in Wesel bereits vergeben waren, wurden bei Dopplungen in den Dörfern geändert. Da es bereits eine Rheinstraße in der Innenstadt gibt, in der Nähe des Marien-Hospitals, wurde die in Büderich plötzlich eine Allee. Bis Ende der 50er Jahre, so Wido Straetmans, sollen links und rechts tatsächlich viele Linden gestanden haben, die dann im Zuge von Wasserleitungs-Verlegung und Kanalisation weichen mussten.

Was der Heimatforscher sonst noch weiß: „Die Straße war früher eine wichtige Verbindung zum Rhein und zur Lotsenstation vor dem Deich.“ Auch sei sie jahrzehntelang der Schulweg Büdericher Kinder zur katholischen Volksschule gewesen. Die stand „dort, wo heute Penny ist“. Der Discounter, angesiedelt im Wohnkomplex des Bauvereins, wurde erst Mitte Juli dieses Jahres eröffnet. Hier kommt Fisch aus der Tiefkühltruhe. Bis in die 50er Jahre versorgten die Biesemanns, „die letzte Fischerfamilie hier“, die Bewohner des Polderdorfs mit Rotaugen, Brassen, Aal und Zander aus dem Rhein, weiß Wido Straetmans. „Onkel Peter“, wie der Fischer genannt wurde, kannte jeder.

 

Wer rastet,der rostet

Zurück in die Gegenwart und zum Rhein-Blick, den auch die qualmenden Türme des Steag-Kohlekraftwerks in Voerde am Horizont nicht entzaubern können. Gerade steigt Heinrich Madej vom Rad. Der gebürtige Niederrheiner wohnt in Büderich, macht regelmäßig seine Touren. Der Spruch, „wer rastet, der rostet“ sei zwar schnell mal gesagt, meint der 77-Jährige. „Aber es ist was dran.“ Also radelt er am Rhein.

54,464 Kilometer sind es von hier aus bis zur „Landesgrenze Preussen-Holland“ und 184,450 Kilometer bis nach Rotterdam. So steht’s auf dem Stein neben dem prächtigen Hotel-Restaurant „Wacht am Rhein“. Der Chef hat leider für ein kurzes Gespräch „keine Zeit und kein Interesse“.

Also weiter. In der „Casa Nostra“, Hausnummer 16, lässt sich Annette Scholten an die Tür klingeln, die sie dann weit öffnet. Die 37-Jährige hatte mit Listen Unterschriften gesammelt, damit die Rheinallee beim Wesel-Monopoly vertreten ist. „Die Idee dazu entstand im Juni bei einer Feier in unserem Garten, wo wir das 100-jährige Bestehen unseres Hauses feierten.“ Sie wohnt hier mit ihrem Mann Christoph Scholten und den fünfjährigen Zwillingen Simon und Jonas. Die Familie zog 2005 in das Haus mit insgesamt 200 Quadratmetern Wohnfläche auf zwei Etagen und weiteren 150 Quadratmetern Nutzfläche. „Das Haus war zu groß für uns“, sagt Annette Scholten. Also wurde unten umgebaut und eine separate Wohnung eingerichtet, die die Scholtens seit 2007 vermieten. Unter der Woche übernachten hier Monteure, Touristen kommen aus ganz Deutschland, Belgien, Amerika - und Büderich, „wenn bei Taufen und Hochzeiten Betten für Gäste gebraucht werden“.

 

Gurken und Tomaten werden übern Zaun gereicht

Annette Scholten ist gebürtige Neukirchen-Vluynerin. Als jemand, der „mit dem Fahrrad unterm Hintern geboren ist“, fühle sie sich in Büderich sehr wohl. Mal abgesehen davon, dass sie Lokale und quirliges Leben direkt am Rhein wie in Köln vermisst, wo sie mal lebte, sagt sie: „Büderich ist wie Heimat für mich, die Leute gucken nach dem Rechten, es werden Gurken und Tomaten übern Zaun gereicht.“

Im schönen Scholten-Garten wachsen neben allerlei Grünzeug auch Himbeeren, Stachelbeeren, Äpfel, Rhabarber. Der Clou: An der Mauer, die das Grundstück zum Nachbarn trennt, rankt Wein, an dessen Reben üppig rote und weiße Trauben hängen. „In diesem Jahr mache ich zum ersten Mal Federweißen“, freut sich Annette Scholten. Die Gerätschaften dafür, ein Geschenk ihrer Eltern, stehen schon bereit.

Das klappt bestimmt. Bei so viel Glücks-Klee in der Rheinallee.

 

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