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Preise

 

  • Einzelzimmer:
  • 40-€ pro Tag
  • Doppelzimmer: 70,-€ pro Tag

 

Weitere Belegungsmöglichkeiten unseres Gästebereichs:

 

  1. Zwei Einzelzimmer
  2. Doppel- und Einzelzimmer
  3. Zwei Doppelzimmer
      
      Insgesammt sind 4 Betten vorhanden!!!

 

  • Babybett bei Bedarf kostenlos 
 
  • Fahrrad (5,-€ pro Tag)

 

  •  umfangreiches Frühstück auf Wunsch (Erwachsene 8,00 € / Kinder 5,00 €)   

 

 

 

Wesel-Monopoly :

Ein Ausblick, der verzaubert

(NRZ, Wesel, 03.08.2010, Susanne Storck)

 

Wesel. Es geht nicht mit rechten Dingen zu in der Rheinallee in Büderich. Steht der Besucher ganz vorne, Ecke Weseler Straße, wo ihm der Lärm der Autos und Lkw noch in den Ohren rauscht, zieht ihn schon im nächsten Moment das Ende der Straße wie ein Magnet an. Dorthin, wo Deich und Himmel dem Asphalt Grenzen setzen. Nach nur 360 Metern, simsalabim, breitet sich der ganze Zauber vor einem aus: Der Blick auf den Rhein, der sich hier bald nach links in eine Kurve legt.

 

Das ist so ein Moment, wo der Alltag zum Sonntag wird, wo nichts zählt - außer Wellen, die ans Ufer klatschen, kreischende Möwen, Sonnenstrahlen, die wie Glitzerfäden übers Wasser tanzen, und das Motor-Grummeln der Lastkähne, die rheinauf und -ab fahren, und das wohl hierher gehört wie das Rauschen auf der A 40.

Hallo! Aufwachen! Ja, da am Ende der Rheinallee kann man schön in Gedanken versinken. Die Uhr scheint hier sowieso langsamer zu ticken als anderswo. Das bewirkt die Tempo-30-Zone in der Allee, wodurch alles ein wenig gemächlicher zugeht. Und so erschließt sich ein kleines Areal mit ein- und zweistöckigen Ein- und Mehrfamilienhäusern. Um die medizinische Versorgung der Bewohner ist es gut bestellt, gleich drei Ärzte, ein Allgemeinmediziner, ein Facharzt für Innere Medizin und ein Zahnarzt, praktizieren hier.

 

Rosen, Hibiskus, Lavendel und mehr

In den Vorgärten blühen Rosen, weißer und violettfarbener Hibiskus, Lavendel und büschelweise Glück in Form von vierblättrigem Klee. Aber warum nur heißt die Straße Allee? Die Zahl der Bäume, die hier wachsen, ist wirklich überschaubar. Und wie von Heinz-Georg Oberender von der Grünflächenunterhaltung des städtischen Betriebs ASG zu erfahren ist, haben Berg-Ahorn, Amberbaum und Blutpflaume (die aussieht wie eine in die Höhe geschossene Rotbuche mit kleiner Puschelkrone) ihre Wurzeln geschlagen. Die Antwort weiß Wido Straet­mans, Vorsitzender des Heimatvereins Büderich: „Im Zuge der kommunalen Neuordnung 1975 wurde aus der Rheinstraße in Büderich die Rheinallee.“ Straßennamen, die in Wesel bereits vergeben waren, wurden bei Dopplungen in den Dörfern geändert. Da es bereits eine Rheinstraße in der Innenstadt gibt, in der Nähe des Marien-Hospitals, wurde die in Büderich plötzlich eine Allee. Bis Ende der 50er Jahre, so Wido Straetmans, sollen links und rechts tatsächlich viele Linden gestanden haben, die dann im Zuge von Wasserleitungs-Verlegung und Kanalisation weichen mussten.

Was der Heimatforscher sonst noch weiß: „Die Straße war früher eine wichtige Verbindung zum Rhein und zur Lotsenstation vor dem Deich.“ Auch sei sie jahrzehntelang der Schulweg Büdericher Kinder zur katholischen Volksschule gewesen. Die stand „dort, wo heute Penny ist“. Der Discounter, angesiedelt im Wohnkomplex des Bauvereins, wurde erst Mitte Juli dieses Jahres eröffnet. Hier kommt Fisch aus der Tiefkühltruhe. Bis in die 50er Jahre versorgten die Biesemanns, „die letzte Fischerfamilie hier“, die Bewohner des Polderdorfs mit Rotaugen, Brassen, Aal und Zander aus dem Rhein, weiß Wido Straetmans. „Onkel Peter“, wie der Fischer genannt wurde, kannte jeder.

 

Wer rastet,der rostet

Zurück in die Gegenwart und zum Rhein-Blick, den auch die qualmenden Türme des Steag-Kohlekraftwerks in Voerde am Horizont nicht entzaubern können. Gerade steigt Heinrich Madej vom Rad. Der gebürtige Niederrheiner wohnt in Büderich, macht regelmäßig seine Touren. Der Spruch, „wer rastet, der rostet“ sei zwar schnell mal gesagt, meint der 77-Jährige. „Aber es ist was dran.“ Also radelt er am Rhein.

54,464 Kilometer sind es von hier aus bis zur „Landesgrenze Preussen-Holland“ und 184,450 Kilometer bis nach Rotterdam. So steht’s auf dem Stein neben dem prächtigen Hotel-Restaurant „Wacht am Rhein“. Der Chef hat leider für ein kurzes Gespräch „keine Zeit und kein Interesse“.

Also weiter. In der „Casa Nostra“, Hausnummer 16, lässt sich Annette Scholten an die Tür klingeln, die sie dann weit öffnet. Die 37-Jährige hatte mit Listen Unterschriften gesammelt, damit die Rheinallee beim Wesel-Monopoly vertreten ist. „Die Idee dazu entstand im Juni bei einer Feier in unserem Garten, wo wir das 100-jährige Bestehen unseres Hauses feierten.“ Sie wohnt hier mit ihrem Mann Christoph Scholten und den fünfjährigen Zwillingen Simon und Jonas. Die Familie zog 2005 in das Haus mit insgesamt 200 Quadratmetern Wohnfläche auf zwei Etagen und weiteren 150 Quadratmetern Nutzfläche. „Das Haus war zu groß für uns“, sagt Annette Scholten. Also wurde unten umgebaut und eine separate Wohnung eingerichtet, die die Scholtens seit 2007 vermieten. Unter der Woche übernachten hier Monteure, Touristen kommen aus ganz Deutschland, Belgien, Amerika - und Büderich, „wenn bei Taufen und Hochzeiten Betten für Gäste gebraucht werden“.

 

Gurken und Tomaten werden übern Zaun gereicht

Annette Scholten ist gebürtige Neukirchen-Vluynerin. Als jemand, der „mit dem Fahrrad unterm Hintern geboren ist“, fühle sie sich in Büderich sehr wohl. Mal abgesehen davon, dass sie Lokale und quirliges Leben direkt am Rhein wie in Köln vermisst, wo sie mal lebte, sagt sie: „Büderich ist wie Heimat für mich, die Leute gucken nach dem Rechten, es werden Gurken und Tomaten übern Zaun gereicht.“

Im schönen Scholten-Garten wachsen neben allerlei Grünzeug auch Himbeeren, Stachelbeeren, Äpfel, Rhabarber. Der Clou: An der Mauer, die das Grundstück zum Nachbarn trennt, rankt Wein, an dessen Reben üppig rote und weiße Trauben hängen. „In diesem Jahr mache ich zum ersten Mal Federweißen“, freut sich Annette Scholten. Die Gerätschaften dafür, ein Geschenk ihrer Eltern, stehen schon bereit.

Das klappt bestimmt. Bei so viel Glücks-Klee in der Rheinallee.

 

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